Wenn Washington und Teheran denselben Waffenstillstand verhandeln – aber offenbar in zwei völlig verschiedenen Realitätssystemen leben
Wenn Bomben zu Multiple-Choice-Fragen werden und Bündnisse den Ernstfall nur noch als Selbsttest verstehen
Europa sagt „Nein zum Krieg“ – und liefert gleichzeitig die Infrastruktur. Washington droht, Europa zittert, und am Ende nennt man das Ganze ernsthaft „Partnerschaft“
Während Washington den Krieg wie eine Black-Friday-Aktion betreibt, stellt sich plötzlich heraus: Auch Supermächte können leer schießen – und das schneller als gedacht
Während die EU Russland „Energie-Erpressung“ vorwirft, erklärt Washington ganz offen den Preisschild-Imperialismus – und Brüssel nennt es strategische Partnerschaft mit Rabattverlust
Während Washington Ultimaten verschickt, übt sich der Rest der Welt im kollektiven Luftanhalten – zwischen Ölpreisexplosion und geopolitischem Größenwahn
Wenn „Kapitulation“ nur ein böses Wort ist, aber die Realität längst anklopft – Washington entdeckt die Grenzen seiner Allmacht im Spiegel der eigenen Illusionen
Italien tanzt gleichzeitig in Washington und Brüssel – und tritt sich dabei so elegant selbst auf die Füße, dass es schon wieder als Außenpolitik verkauft wird
Während die Welt noch die letzten „Befreiungen“ verdaut, plant Washington schon den nächsten Feldzug – diesmal als persönliche Ehrensache von Donald Trump
Während Ursula von der Leyen plötzlich entdeckt, dass Strom für Industrie wichtig ist, Viktor Orbán Morddrohungen erhält und Spaniens Premier nicht einmal mehr ans Telefon geht, versucht Bundeskanzler Friedrich Merz weiterhin herauszufinden, ob Europas Politik vielleicht irgendwo zwischen Washington und Wunschdenken stattfindet