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Wenn die Brote wie Bomben vom Himmel fallen – und die Würde gleich mit

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Wenn die Brote wie Bomben vom Himmel fallen – und die Würde gleich mit

Sarkasmus & Satire
Veröffentlicht von Peter Martin in Weltgeschehen · Sonntag 27 Jul 2025 · Lesezeit 2:15
Tags: BrotHimmelWürdeKommentarVernunftTillEulenspiegelZeitreise21.Jahrhundert
Ein Kommentar aus dem Staub der Vernunft, von Till Eulenspiegel auf Zeitreise ins 21. Jahrhundert

Es begab sich zu der Zeit, da die Herren der Macht in Israel beschlossen, der Not ein wenig Gnade im Gaza-Streifen zu schenken – in Form von sieben Paletten. Nein, keine Pläne für Frieden, keine Sicherheitsgarantien, keine offenen Korridore für Hilfe, keine Gnade im System. Sie warfen Brot. Aus der Luft. Wie man’s früher mit Brosamen für Tauben auf dem Marktplatz tat.

Statt Karawanen der Hoffnung kamen Transportflugzeuge der symbolischen Sattheit im Gaza-Streifen. Statt Schutz für die Schutzlosen, gab’s Konservendosen im Sturzflug. Und der Eulenspiegel, der ich nun einmal bin, fragte sich kopfschüttelnd: Ist das nun Barmherzigkeit oder eine besonders geschmacklose Variante von Luftpost?

Man stelle sich vor: Der hungrige Mensch, die durstige Familie, das verzweifelte Kind blickt gen Himmel – nicht im Gebet, sondern im Reflex – und wartet darauf, ob heute vielleicht der Zynismus wieder Nahrung bringt. Und während die Pakete herabfallen, die einem möglicherweise auch erschlägen könnten, fällt auch die Fassade der Moral.

Denn wer Brot vom Himmel wirft, aber die Tore auf Erden verriegelt, hat den Begriff der Hilfe offenbar mit einem Bombardement der Scham verwechselt.

Es ist, als würde ein Brandstifter eine Gießkanne mit Benzin in eine Gruppe hungernder Menschen werfen – und dann anschließend die israelische Menschenfreundlichkeit feiern sollen.
Und ich, Till der Chronist, frage euch: Wenn euch jemand das letzte Stück Brot zuwirft wie einen Knochen dem ausgehungernden Hund – was bleibt euch da an Würde? Wer Brot braucht, braucht auch Gerechtigkeit. Wer Wasser will, braucht auch Respekt. Und wer vom Himmel abhängig gemacht wird, ist längst zur Spielfigur degradiert.

Man hat Gaza das Wasser abgesperrt, das Licht genommen, die Hoffnung zerbombt – und nun sagt man: „Seid dankbar für diese sieben Paletten. Sie wiegen schließlich ganze 840 Kilogramm Empathie!“

Wie schön es doch wäre, wenn man Menschlichkeit nicht in Flugstunden messen müsste. Wie einfach wäre es, wenn Hilfe nicht in Symbolkraft, sondern in Wirksamkeit gemessen würde.

Aber solange Brot vom Himmel fällt und Bomben vom Boden steigen, bleibt selbst der Eulenspiegel sprachlos.
Fast.

Denn eins will ich noch sagen:
Wer einem Hungernden das Notwendigste „vor die Füße wirft“, verachtet nicht nur dessen Magen – sondern seine ganze Existenz.



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