Netanjahus Begnadigungs-Show: Wenn der Premier um Gnade bittet, aber eigentlich nur die Pointe liefert
Veröffentlicht von Peter Martin in Weltgeschehen · Samstag 06 Dez 2025 · 3 Minuten
Tags: Netanjahu, Begnadigung, Gnade, Satire, Politik, Pointe, Schuld, Show, Humor, Gesellschaft
Tags: Netanjahu, Begnadigung, Gnade, Satire, Politik, Pointe, Schuld, Show, Humor, Gesellschaft
Ein Mann, der nicht schuldig sein will, aber dennoch um Begnadigung bittet – das ist keine Politik, das ist Satire, die sich selbst schreibt
Es gibt politische Skandale.
Es gibt Justizskandale.
Und dann gibt es Benjamin Netanjahu, einen Mann, der es geschafft hat, ein ganzes Land in ein Theaterstück zu verwandeln, in dem er zugleich Opfer, Held, Unschuldslamm und natürlich – völlig zufällig – der verschmähte Chefredakteur der israelischen Medienlandschaft ist.
Es gibt Justizskandale.
Und dann gibt es Benjamin Netanjahu, einen Mann, der es geschafft hat, ein ganzes Land in ein Theaterstück zu verwandeln, in dem er zugleich Opfer, Held, Unschuldslamm und natürlich – völlig zufällig – der verschmähte Chefredakteur der israelischen Medienlandschaft ist.
Und jetzt also ein Begnadigungsgesuch.
Von einem Mann, der uns seit Jahren erklärt, er habe nichts, wirklich gar nichts getan.
Der uns beibringen möchte, dass Zigarren und Champagner im Wert eines Kleinwagens keine „Vorteile“ sind, sondern wahrscheinlich nur Dekoration im diplomatischen Kontext.
Der uns beibringen möchte, dass Zigarren und Champagner im Wert eines Kleinwagens keine „Vorteile“ sind, sondern wahrscheinlich nur Dekoration im diplomatischen Kontext.
Doch die wahre Pointe ist:
Eine Begnadigung setzt in einem funktionierenden Rechtsstaat Reue und Eingeständnis voraus.
Beides wäre bei Netanjahu ungefähr so realistisch wie ein Anti-Korruptionspreis für Silvio Berlusconi.
Wenn also Präsident Herzog wirklich eine Begnadigung ausspricht, dann wäre das kein Akt der Milde, sondern eine Verbeugung vor der Korruption mit Staatsakt-Kulisse.
Eine Begnadigung setzt in einem funktionierenden Rechtsstaat Reue und Eingeständnis voraus.
Beides wäre bei Netanjahu ungefähr so realistisch wie ein Anti-Korruptionspreis für Silvio Berlusconi.
Wenn also Präsident Herzog wirklich eine Begnadigung ausspricht, dann wäre das kein Akt der Milde, sondern eine Verbeugung vor der Korruption mit Staatsakt-Kulisse.
Man stelle sich das vor:
Ein Premierminister, der sich fünf Jahre lang durch einen Prozess windet, ihn verschleppt, vertagt, mit Kriegen übertüncht, mit Krankheiten entschuldigt und mit politischen Manövern kleinspielt –
und am Ende wird er begnadigt, ohne je Reue gezeigt zu haben?
Ein Premierminister, der sich fünf Jahre lang durch einen Prozess windet, ihn verschleppt, vertagt, mit Kriegen übertüncht, mit Krankheiten entschuldigt und mit politischen Manövern kleinspielt –
und am Ende wird er begnadigt, ohne je Reue gezeigt zu haben?
Das wäre etwa so glaubwürdig wie ein Politiker, der verspricht, nie wieder Lobbyisten zu treffen.
Doch es wird noch grotesker:
Donald Trump höchstpersönlich hat sich in die israelische Justiz eingemischt und die Begnadigung gefordert.
Wenn ein Mann, der seine eigene Justiz zum Wrestlingring umgebaut hat, einem anderen Staatschef rät, einen angeklagten Premier zu begnadigen, dann weiß man:
Donald Trump höchstpersönlich hat sich in die israelische Justiz eingemischt und die Begnadigung gefordert.
Wenn ein Mann, der seine eigene Justiz zum Wrestlingring umgebaut hat, einem anderen Staatschef rät, einen angeklagten Premier zu begnadigen, dann weiß man:
Wir sind endgültig im Komödiengenre angekommen.
Israelische Medien sprechen bereits von einem „juristischen Erdbeben“.
Ein Erdbeben?
Das ist eher ein politischer Rohrkrepierer, der mit maximalem Druck abgeschossen wird – direkt in die Institutionen des Landes.
Ein Erdbeben?
Das ist eher ein politischer Rohrkrepierer, der mit maximalem Druck abgeschossen wird – direkt in die Institutionen des Landes.
Der Trick ist durchsichtig:
Netanjahu macht sein eigenes Begnadigungsgesuch zum Wahlkampfauftakt.
Er will sich von der „Verfolgung durch die Justiz“ reinwaschen lassen – egal wie.
Ein Sieg wäre für ihn der Beweis, dass das System „kapituliert“.
Eine Ablehnung wäre der Beweis, dass das System „verfolgt“.
Netanjahu macht sein eigenes Begnadigungsgesuch zum Wahlkampfauftakt.
Er will sich von der „Verfolgung durch die Justiz“ reinwaschen lassen – egal wie.
Ein Sieg wäre für ihn der Beweis, dass das System „kapituliert“.
Eine Ablehnung wäre der Beweis, dass das System „verfolgt“.
Kurz gesagt:
Egal wie die Sache ausgeht – Netanjahu erklärt sich selbst zum Gewinner.
Ein politischer Perpetuum-mobile-Betrüger.
Egal wie die Sache ausgeht – Netanjahu erklärt sich selbst zum Gewinner.
Ein politischer Perpetuum-mobile-Betrüger.
Doch die größte Ironie bleibt:
Ein unschuldiger Mann braucht keine Begnadigung.
Und ein schuldiger Mann braucht Reue.
Ein unschuldiger Mann braucht keine Begnadigung.
Und ein schuldiger Mann braucht Reue.
Netanjahu bietet:
Weder das eine noch das andere.
Dafür aber 14 Seiten Text, in dem er erklärt, dass er über den Dingen steht, die er angeblich nicht getan hat.
Weder das eine noch das andere.
Dafür aber 14 Seiten Text, in dem er erklärt, dass er über den Dingen steht, die er angeblich nicht getan hat.
Wenn Herzog das durchwinkt, dann wäre das tatsächlich ein starkes Stück.
So stark, dass man sich fragen müsste, ob nicht weniger Netanjahu, sondern eher der Präsident eine „Begnadigung“ durch die Wähler bräuchte.
So stark, dass man sich fragen müsste, ob nicht weniger Netanjahu, sondern eher der Präsident eine „Begnadigung“ durch die Wähler bräuchte.
Eines ist jedenfalls sicher:
Wenn am Ende doch eine Gnade erteilt wird – ohne Schuldbekenntnis, ohne Reue –, dann riecht das nicht nach Staatsräson, sondern nach politischem Fäulnisgas.
Wenn am Ende doch eine Gnade erteilt wird – ohne Schuldbekenntnis, ohne Reue –, dann riecht das nicht nach Staatsräson, sondern nach politischem Fäulnisgas.
Und wer dann keinen Korruptionsverdacht hegt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.
