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Gefahrgut: Eigenständiges Denken

Sarkasmus-Spiegel
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Sarkasmus
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Gefahrgut: Eigenständiges Denken

Sarkasmus & Satire
Warum Zweifel inzwischen verdächtiger sind als Irrtümer

„Wer aufhört zu zweifeln, hat aufgehört zu denken.“

Baruch de Spinoza formulierte diesen Satz vor Jahrhunderten. Heute würde er damit vermutlich auf irgendeiner Beobachtungsliste landen.

Denn Zweifel sind aus der Mode gekommen.

Gefragt sind nicht mehr Menschen, die Fragen stellen, sondern Menschen, die Antworten auswendig lernen. Wer zweifelt, stört den Betriebsablauf. Wer nachfragt, verzögert die Verkündung der einzig zulässigen Wahrheit. Wer widerspricht, gefährdet den gesellschaftlichen Gleichklang.

Moderne Demokratien produzieren inzwischen eine erstaunliche Zahl von Bürgern, die jede neue Parole mit der Begeisterung eines Papageis übernehmen und jede neue politische Wendung als tiefgründige Erkenntnis feiern.

Gestern war wahr, was heute falsch ist.

Heute ist wahr, was morgen bestritten wird.

Und übermorgen wird behauptet, man habe es schon immer so gesehen.

Der Zweifel stört dabei nur.

Er erinnert daran, dass Regierungen irren können, Medien irren können, Experten irren können und gelegentlich sogar ganze politische Systeme jahrzehntelang auf dem Holzweg unterwegs sein können.

Deshalb gilt inzwischen vielerorts die unausgesprochene Regel:
Denken ja – aber bitte nur innerhalb der genehmigten Leitplanken.
Zweifeln ja – aber nur an den Falschen.
Fragen stellen ja – aber nur solche, auf die die Antwort bereits feststeht.

Spinoza hätte darüber vermutlich gelacht.

Oder geweint.

Vielleicht beides gleichzeitig.

Denn wo Zweifel unerwünscht werden, beginnt nicht die Herrschaft der Wahrheit.

Dort beginnt die Herrschaft der Gewissheit.

Und die war historisch betrachtet noch nie ein besonders verlässlicher Freund der Freiheit.

Das wäre eine eher philosophisch-satirische Variante. Für den Sarkasmus-Spiegel könnte ich auch noch eine deutlich giftigere Version im Stil einer politischen Glosse verfassen.



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