Direkt zum Seiteninhalt

„Für euch soll ich mich erschießen lassen? Nein, danke.“ – Vom Sterben fürs Vaterland im Zeitalter der Fallpauschale

Sarkasmus-Spiegel
Menü überspringen
Sarkasmus
Menü überspringen

„Für euch soll ich mich erschießen lassen? Nein, danke.“ – Vom Sterben fürs Vaterland im Zeitalter der Fallpauschale

Sarkasmus & Satire
Veröffentlicht von Christoph Berger in Politik · Montag 04 Aug 2025 · Lesezeit 5:00
Tags: SterbenVaterlandWehrbereitschaftFallpauschaleNachrufstaatlicheRestwärmeverwaltung
Ein Nachruf auf die Wehrbereitschaft in Zeiten staatlicher Restwärmeverwaltung

Früher, da zog man für Kaiser, Führer oder Vaterland in den Krieg. Heute zieht man den Stecker aus dem WLAN-Router, wenn die GEZ klingelt. Aus dem „Stirb für dein Land“ wurde ein „Entschuldigung, ist das Formular online ausfüllbar?“ Und aus der Wehrpflicht wurde ein Pflichtgefühl zur Wehrlosigkeit.
Deutschland 2025: Verteidigungsbereitschaft? Null-Bock-Haltung in Flecktarn. Nur noch 16 % der Bürger wären im Ernstfall bereit, die Waffe zur Hand zu nehmen. Und ganz ehrlich: Wer kann es ihnen verdenken? Denn bevor du für jemanden kämpfst, willst du wenigstens wissen, ob derjenige für dich auch mal einen Kugelschreiber in die Hand nimmt – oder ob er dir, wie das Jobcenter, einfach nur erklärt, warum du deinen Strom nicht bezahlt bekommst, aber dafür ein „Profiling“ erhältst.

🏛️ Der Staat – dein Freund und Beerdigungsberater
Wem gehört die Loyalität? Der Bundesrepublik? Der Bürokratie? Der Bundeswehr, die sich mit Panzerlieferungen an Balkanramsch-Händler herumschlägt? Der Verwaltung, die ihre Bürger seit Corona behandelt wie infektiöse Belästigungen?
Die Antwort fällt leicht: Die Loyalität gehört heute dem eigenen Nervenkostüm. Und das ist angesichts der staatlichen Fürsorgepraxis ohnehin in einem Zustand zwischen „burned out“ und „bitte nicht mehr reanimieren“.
Denn wie soll man einem Staat vertrauen, der es schafft, in einem der reichsten Länder der Erde den sozial Schwächsten in Deutschland im Winter erfrieren zu lassen – aber dir pünktlich zum Monatsende ein 17-seitiges Formular zur Ermittlung deines Heizbedarfs zusendet?

📎 Bürokratie first, Verteidigung später
Verteidigen? Womit denn? Mit einem digitalen Faxgerät aus dem Verteidigungsministerium? Mit „Stell dir vor, es ist Krieg und dein Antrag auf Waffenausgabe wird wegen DSGVO abgelehnt“?
Die Bundeswehr hat Probleme mit allem: Ausrüstung, Nachwuchs, Motivation – und mit der Tatsache, dass die Dienstwaffe bei vielen mittlerweile „SAP-Login“ heißt. Wer in dieser Armee Karriere machen will, braucht weniger Mut als Excel-Kenntnisse.
Und nein, das ist keine Polemik – das ist längst Realität. Während in anderen Ländern Soldaten mit Auszeichnungen nach Hause kommen, kriegt man in Deutschland eine E-Mail vom Personalreferat: „Ihre Auslandseinsatzzulage ist derzeit leider nicht bearbeitbar. Bitte reichen Sie Ihre Nachweise erneut ein – per Post.“
 
🪖 Wehrpflicht war gestern – heute gilt Wohlfühlverpflichtung
Früher bedeutete Wehrpflicht: „Du wirst gebraucht!“ Heute heißt es: „Wir haben Sie auf der Warteliste zur sozialen Verwahrung – bitte nehmen Sie Platz, aber nur mit Widerspruchsformular.“
Die junge Generation hat aus der Geschichte gelernt. Nur nicht das, was man sich in der Verteidigungsetage erhofft. Sie hat nicht gelernt, wie man kämpft, sondern warum man nicht kämpft. Und dieses Warum ist so entlarvend wie simpel:
Weil niemand mehr glaubt, dass der Staat uns verteidigt – gegen Armut, gegen Ungerechtigkeit, gegen das Gefühl, nur eine Nummer im Fallaktenregal zu sein.

🧊 Soziale Kälte als sicherheitspolitisches Klimarisiko
Wer sein Leben für jemanden riskieren soll, erwartet ein Minimum an Anerkennung – oder wenigstens Wärme. Stattdessen gibt’s Hartz IV (jetzt „Bürgergeld“ genannt, weil Elend besser klingt, wenn man es marketinggerecht lackiert), Stromsperren und Briefe vom Inkassobüro, weil die Stadtwerke plötzlich ihre Liquiditätsplanung auf dem Rücken der Unbeheizten austragen.
Die innere Stimme sagt: Wenn der Staat mich so behandelt, warum sollte ich für ihn sterben? Und die Antwort lautet: Genau. Soll er sich selbst verteidigen – mit denen, die von ihm profitieren.
Das bedeutet nicht, dass man gegen das eigene Land ist. Es bedeutet nur, dass man keine Lust mehr hat, Teil eines Systems zu sein, das seine Bürger im Stich lässt – es sei denn, sie verstoßen gegen das Meldegesetz. Dann ist man plötzlich wieder relevant.

📣 Politische Arroganz trifft auf postdemokratische Resignation
Die politischen Eliten sprechen heute in Codes: „Transformation“, „Resilienz“, „systemische Krisenbewältigung“. Gemeint ist: Du zahlst, wir entscheiden – und wenn du nicht parierst, kommt die Rundfunkgebühr mit Zwangsvollstreckung.
Politikerinnen und Politiker rufen zur Wehrhaftigkeit auf, während sie in gepanzerten Limousinen zur Talkshow fahren und sich über das „Vertrauen der Bürger in unsere Institutionen“ wundern. Dabei müsste die Frage lauten: Vertraut ihr eigentlich noch uns? Oder nur noch euren eigenen Spiegelbildern?

🤯 Die große Frage: Was soll verteidigt werden?
Deutschland 2025 – das Land, in dem deutsche Beamte wieder mehr Angst verbreiten als Panzerarmeen. Wo Bürger durch Sanktionen gebrochen werden, bevor sie durch Kugeln fallen. Wo man zur Geburt einen Steuerbescheid bekommt und zur Rente einen Ablehnungsbescheid auf Pflegegrad 2.
Was soll da noch verteidigt werden?
  • Die Hartz-IV-Algorithmen?
  • Die Rentenreform von 2001?
  • Oder das kollektive Gefühl, dass sowieso alles fremdbestimmt ist?

🚫 Kein Heldentod für eine Datenbank
Und deshalb sagen so viele:
„Für euch soll ich mich erschießen lassen? Nein, danke.“
Nicht aus Feigheit. Sondern aus Erfahrung. Weil man gelernt hat, dass der Staat einem eher ein Bußgeld verpasst, als einen Schutzraum bietet. Weil das Recht nicht mehr als Gerechtigkeit erlebt wird. Und weil man nicht bereit ist, das eigene Leben für eine Excel-Tabelle in der Bundeswehrverwaltung zu opfern.

✊ Was bleibt?
Was bleibt, ist nicht Wehrbereitschaft, sondern eine stille Hoffnung:
Dass der Staat eines Tages seine Bürger nicht nur als Steuerzahler, Antragsteller und Störenfriede sieht – sondern als Menschen, für die es sich lohnt, Verantwortung zu tragen. Dann, und nur dann, wird man vielleicht wieder sagen:
„Ja – für dieses Land stehe ich ein.“

Aber bis dahin lautet die Devise:
Verteidigt euch selbst – ich habe leider gerade einen Widerspruch zu schreiben.



Zurück zum Seiteninhalt