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„Die Radbruchsche Formel trifft auf Rind – ein Abgesang aus dem Verwaltungsgerichtsstall“

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„Die Radbruchsche Formel trifft auf Rind – ein Abgesang aus dem Verwaltungsgerichtsstall“

Sarkasmus & Satire
Veröffentlicht von Peter Martin in Regionales · Donnerstag 10 Jul 2025 · Lesezeit 1:45
Tags: RadbruchscheFormelRindVerwaltungsgerichtStallPhilosophieRechtsstaatlichkeitProvinzSarkasmusNachruf
Ein Gastkommentar von Gustav Radbruch, Ex-Rechtsphilosoph, derzeit Grabinsasse

Ich hätte nie gedacht, dass ich meine eigene Formel mal auf Kühe anwenden muss.
Aber hier sind wir: Verwaltungsgericht Potsdam, 9. Juli 2025, 9:30 Uhr im Gerichtssaal 15. Ein Landwirt kämpft um 38 Rinder, die ihm durch das Amt für Verbraucherschutz Neuruppin heimtückisch abgenommen wurden – gestützt auf falsche Rinderpässe, falsche Aussagen und eine Tierärztin, die Tierschutz offenbar mit Metzgereivorbereitung verwechselt.

Was für ein Lehrbuchfall!
Nicht nur für Verwaltungsrecht, sondern auch für meine kleine Formel, die da lautet:

„Unrecht, das das Maß des Unerträglichen überschreitet, verliert seinen Rechtscharakter.“

Nun, wenn 38 Tiere unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gestohlen und beschlagnahmt, in Schlachthöfe verfrachtet und dort von ihren Kälbern getrennt werden, dann – Entschuldigung – wird’s selbst mir als Toten schlecht.

Aber keine Sorge: Die zuständige Amtstierärztin war sich sicher, dass es besser sei, die Tiere zu töten, als ihnen ein glückliches Dasein auf einer Weidefläche zu lassen.

Das nennt man in Brandenburg wohl „Gefahrenabwehr durch Endlösung“.

Und das Gericht?

Es hört sich das an, nickt verständnisvoll, und fragt sich wahrscheinlich insgeheim:

„Ist das noch Verwaltung oder schon Wiederholungstäterei mit Stempel?“

In meinem Grab frage ich mich inzwischen:
Wenn der Rechtsstaat sich in ein Tiertransportunternehmen verwandelt, das mit gefälschten Papieren fährt und am Ende Unrecht verwaltet, als sei es Viehbestand – wird dann wenigstens mein Name aus den Fußnoten gelöscht?

Denn ehrlich: Das, was da im Namen von „Recht und Ordnung“ geschieht, ist keine Rechtsanwendung, sondern Verrechtlichung von Willkür.

Ich bitte die Bundesrepublik Deutschland, meine Formel künftig nicht mehr zu zitieren, wenn das Ergebnis am Ende Tierleichen, Amtseide im Koma und lückenlose Verantwortungslosigkeit ist.

Mit fassungslosem Sarkasmus,
Gustav Radbruch

P.S.: Und falls noch jemand sagt, das sei alles formal korrekt – denken Sie daran:
Auch der Schreibtisch in Auschwitz war aufgeräumt.



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