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„Der gefährlichste Mann Deutschlands“ – und der Spiegel hat ihn persönlich zum Popstar gemacht

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„Der gefährlichste Mann Deutschlands“ – und der Spiegel hat ihn persönlich zum Popstar gemacht

Sarkasmus & Satire
Veröffentlicht von Peter Martin in Politik · Freitag 14 Aug 2026 · Lesezeit 3 Minuten
Tags: UlrichSiegmundSpiegelPopstarHamburgFahndungsplakatDeutschlandMedienkritikHumorBerichterstattungGesellschaft
Wie das Hamburger Angstmagazin Ulrich Siegmund im Fahndungsplakat-Look auf den Titel hievt, damit ihn ganz Deutschland endlich erkennt – und dabei so hilflos wirkt, dass selbst der Betroffene vor Lachen den Spiegel signiert

Da ist er also endlich: der gefährlichste Mann Deutschlands. Nicht irgendein geifernder Schreihals mit Glatze und Springerstiefeln, sondern ein 35-jähriger Typ, der aussieht, als würde er dir beim nächsten Familienfest freundlich die Tür aufhalten und nachfragen, ob die Oma noch Kaffee möchte. Und genau deshalb muss er natürlich auf dem Spiegel-Cover landen – im Passbild-Format, schwarzer Hintergrund, fette rote Lettern, als wäre er gerade aus dem Hochsicherheitstrakt ausgebrochen.

Die Botschaft ist klar: Achtung, Bürger! Dieser Mann lächelt. Er verteilt Autogramme. Er macht Selfies. Und hinter ihm stehen angeblich Leute, die früher mal in irgendeiner verbotenen Jugendorganisation waren. Deshalb ist er gefährlicher als alles, was gerade sonst so in diesem Land passiert. Terror, Migration, Wirtschaftskollaps, drohende AfD-Mehrheiten im Osten – alles Nebensache. Der wahre Staatsfeind trägt ein nettes Gesicht und will Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt werden.

Man muss dem Spiegel wirklich dankbar sein. Endlich hat das Magazin den Mut gefunden, den gefährlichsten Mann Deutschlands so prominent zu platzieren, dass ihn auch der letzte Unpolitische erkennt. Vorher war Siegmund ja nur irgendein AfD-Landespolitiker. Jetzt ist er Posterboy. Der Mann selbst spricht bereits von einem „riesengroßen Ritterschlag“ und genießt, dass er Björn Höcke vom Thron der Gefährlichkeit gestoßen hat. Die signierten Exemplare sind inzwischen vergriffen. Wenn das kein journalistischer Volltreffer ist.

Besonders rührend ist die Begründung: Siegmund will sich „an die Macht lächeln“. Er umgibt sich mit Personal aus dem eigenen Landesverband. Er vertraut seinen Leuten. Skandalös! Dass etablierte Parteien seit Jahrzehnten exakt dasselbe tun – Parteibuch vor Kompetenz, Seilschaften vor Qualifikation – gilt natürlich nicht als gefährlich. Nur wenn die AfD es macht, wird daraus ein neonazistisches Netzwerk, das dem Verfassungsschutz Albträume beschert.

Und die Recherche? Klassiker. Ein paar alte Verbindungen, ein bisschen Namensdropping, viel moralische Entrüstung und null Beweis, warum ausgerechnet dieser sympathische Schwiegersohn-Typ plötzlich die größte Bedrohung der Republik sein soll. Der Spiegel weiß es einfach. Weil er der Spiegel ist. Und weil man dem Leser nicht zumuten will, selbst nachzudenken, warum ausgerechnet in Sachsen-Anhalt so viele Menschen jemanden wählen, der nicht permanent „Rechtsstaat!“ schreit, während ringsum der Staat sichtbar an Glaubwürdigkeit verliert.

Das Ergebnis ist meisterhaft: Der Versuch, Angst zu erzeugen, wird zum kostenlosen Wahlkampfplakat. Der „gefährlichste Mann“ bekommt mehr Sichtbarkeit als je zuvor. Und der Spiegel steht da wie der Lehrer, der dem Klassenclown vor der ganzen Schule eine Standpauke hält – und damit nur noch populärer macht.

Weiter so, liebe Redaktion. Noch ein paar solcher Titel, und ihr habt den ersten AfD-Ministerpräsidenten persönlich inthronisiert. Dann könnt ihr in der nächsten Ausgabe brav schreiben: „Wir haben es schon immer gewusst.“



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